Thursday, December 11, 2025

Analyse

Kleine Temperaturanalyse der Situation verschiedener Kulturen in Riga

+5°C
Letten: Frühlingsgefühle in Lettland
Italiener: stecken ihrer eigenen Überzeugung nach im tiefsten Winter.
Deutsche: Spätherbst. Zeit, die Übergangsjacken mit Pullovern aufzustocken.
Finnen: Hochsommer in Finnland.

0°C
Letten: denken darüber nach, vielleicht die Heizung in der Wohnung anzuschalten.
Italiener: verlassen zwangsweise das Haus für eine Shoppingtour, um sich mit den wirklichen Winterjacken anzufreunden.
Deutsche: fangen an Mützen zu tragen.
Finnen: ziehen es in Betracht, eine Jacke aus dem Schrank zu holen.

-5°C
Letten: setzen die selbstgestrickten Mützen auf und holen die Pelzmäntel aus dem Schrank.
Italiener: geraten in die Bekleidungsunmöglichkeit.
Deutsche: Handschuhe sind unerlässlich.
Finnen: ziehen die Jacke an und putzen die Sauna für den Fall der Fälle.

-10°C
Letten: stellen das morgendliche Straßengefege ein und drehen die Heizung auf.
Italiener: relative Schmerzgrenze erreicht (Bewegung zum Spaghettikochen und Freunde bewirten noch durchführbar)
Deutsche: wo sind nur die selbstgestrickten Socken von Oma? Und hat irgendwer die Skihose gesehen?
Finnen: machen die Jacke zu und suchen den Schal für den Herbstanfang.

-15°C
Letten: gehen auf der Daugava Hockey spielen.
Italiener: absolute Schmerzgrenze erreicht (alle Bewegung wird eingestellt)
Deutsche: ziehen es in Betracht, die Thermounterwäsche für über 70€ zu kaufen.
Finnen: fühlen sich wie zu Hause.

-20°C
Letten: die ältere Dame am Līvu laukums hört auf mit Singen.
Italiener: keine Daten archiviert.
Deutsche: verlassen das Haus nur noch, wenn es unbedingt notwendig is.
Finnen: schlagen den Kragen hoch und setzen eine Mütze auf. So langsam wird Winter.

Ich packe meinen Koffer

Wenn man Reden inspirierender Leute hört, formt sich nach der dritten oder vierten der Gedanke: "Eigentlich relativ simpel." Fünf Reden später hat er sich in ein "Das kann ich auch." transformiert. Weitere fünfzehn Reden später sitze ich hier - und in meinem Kopf werden die eben verfassten Zeilen von Klaus-Dieter Klebsch rezitiert.

Zwei Querstraßen von meiner Studentenhöhle entfernt findet im Rahmen der Aktivitäten rund um die Kulturhauptstadt eine besondere Aktion (?) statt, die auf vielen Ebenen unter die Haut geht. Das ehemalige KGB Gebäude beherbergt sechs (?) Ausstellungen und (geschätzt) weit mehr als dreitausend verschiedene Exponate.

Was würdest du in deinen Koffer packen?