Guys, I just wanted to thank you all for this incredible time we shared in Lapland! We danced, we sang, we laughed. It was nights of Looping Louie and JägerBomb. Lots of Finnish vodka. The saddest dick on earth. Three safaris and one increcible video of us at the Arctic Ocean. We were like a pineapple in a perfect cube. Thanks for sharing that time and all the beautiful memories. For the Sauna talks, girly beauty sessions, the cooking. For rolling down the mountain and trying to transform the sledge into a snowboard. For all the hipster pictures and all the tripod action. For sitting together at the fire place quietly, reading and spending quality time off the internet. Thanks for all the tuna tortillas, the cookies and tasty coffee. Whatever the dick says, Nein - fuck! It was so pretty! I will always smell the fish. We can do what ever.
Lots of love xoxo
Achtung, jetzt kommt das Cliqué: Hätte mir damals jemand gesagt, dass...!
Eines vorweg: ich hasse Busfahrten. Seien es kurze Strecken im öffentlichen Nahverkehr, den ich an Riga am liebsten mit einem Fläschchen Riechsalz bestreiten würde, oder längere. Die Fahrt nach Lappland schafft es, aller Variablen zum Trotz, nicht auf den ersten Platz meiner Unbeliebtheitsliste.
Klar, es gibt bequemere Schlafmöglichkeiten als diese pseudoverstellbaren Sitze und der Odor von fünfzig Homo sapiens auf wenigen Quadratmetern ohne Lüftungsmöglichkeit ist auch etwas, was ich nicht alle Tage brauche - das Gebläse in den Konsolen zu unseren Köpfen schien nur die Luft zwischen den beiden Stockwerken des Busses auszutauschen, was erklären könnte, weshalb nach einer gewissen Zeit auch bei uns oben die "Frischluft" nach Alkohol stank. Auch konnten 24 Stunden im Bus kaum durch die zweieinhalb Stunden auf der Fähre von Tallinn nach Hellsinki wettgemacht werden. Das Wetter war grau und die Aussicht im Baltikum unspektakulär - von waghalsigen Überholmanövern (Maximum: vier LKWs am Stück bei Gegenverkehr!) mal abgesehen.
Aber die Gesellschaft! Ooooh, die Gesellschaft!
Mit Freunden zu verreisen hat seinen ganz eigenen Reiz. Besonders, wenn man sich in einem Erasmus-Setting kennen lernt, in dem es Hop-oder-Top heißt, wenn es um Sozialisierung geht. Viel Zeit für die deutschen Gepflogenheiten, sich erst einmal Monate oder Jahre lang zu beobachten, zu beschnüffeln und zu observieren, bleiben hier nicht. Hier heißt es JA oder NEIN innerhalb der ersten Minuten. Dementsprechend ist die "Auswahl" an Freunden eine besondere und die Gruppendynamik unvergleichlich. (Aber das hat Martin in seinem Blog viel besser ausdrücken können!)
Geschichten machen die Reise vergnüglich und die WLan-Freiheit für eine Woche tut ihr Übriges für die Konversationsdichte. Der Weg nach Saariselkä am See Inari war lang, aber ereignisreich. Sightseeing in Tallinn mit aufmüpfigen Möwen und mittelalterlichem Elchsuppeschlürfen, der Besuch der SnowCastle in Kemi, wo ich meine Ausrutsch-Premiere für diesen Winterurlaub hatte, und der Besuch des Weihnachtsmannes am Polarkreis in Rovaniemi (= Zwei Weihnachtsmänner in einem "Santa-Dorf", drei Restaurants und über fünf Souvenirshops, die sich nur durch die Anordnung des Spittels unterschieden - dass Kommerzialisierung hier in überdimensionalen Lettern geschrieben wird, muss ich nicht weiter ausführen.) verkürzten die 1500km bis zu unserer persönlichen Holzhütte.
Angekommen in unserem Heim wurde, erste Amtshandlung, die Sauna angeschmissen. Danach bezogen wir Mädels das Obergeschoss während sich die Jungs ein Doppelzimmer teilten. Neben der bekannten Truppe mit Katharina, Raquel, Martin und Luís schliefen noch die liebreizend-italienische Donatella, das slovakische Pärchen Robert und Jana sowie Niklas und später auch der goldige Nilo unter "unserem" Dach.
Leider benötigt die Sauna so viel Strom, dass paralleles Kochen nicht möglich war und als unsere Mägen den Kampf gegen's Hirn gewonnen hatten, verschoben wir die Sauna auf den nächsten Abend.
Leider benötigt die Sauna so viel Strom, dass paralleles Kochen nicht möglich war und als unsere Mägen den Kampf gegen's Hirn gewonnen hatten, verschoben wir die Sauna auf den nächsten Abend.
Der Aufenthalt war unbeschreiblich schön. Selten habe ich so eine Tiefenentspannung in mir gehabt. Ob es am fehlenden Internetzugang, der täglichen Sauna, den wundervollen Ausflügen, dem lange vermissten Schnee oder der atemberaubenden Natur lag, mag ich nicht entscheiden müssen.
Wir knuddelten arktische Huskywelpen - wenn wir eines zwischen die Finger bekamen, da die kleinen sechs Monate alten Flauschkugeln natürlich lieber ihren Genen nachgaben, das heißt: wild durch die Menge der vor Freue quietschenden Mädels wie Jungs rannten und mich mit vollem Karacho umwarfen, als ich versuchte, einen Schnappschuss zu erhaschen. Die anschließende Safari mit den begnadeten Sprintern unter den Schlittenhunden war ein Abenteuer für sich! Jeweils sechs Hunde zogen pärchenweise in drei Reihen einen Holzschlitten mit zwei Erasmuslern darauf - der eine saß, der andere steht, auf halber Strecke wird gewechselt. Jeder Hund hat eine andere Aufgabe: ganz vorne die schlauen Weibchen (Ja, Weibchen!), danach die schnellen Sprinter und hinten, direkt vor dem Schlitten, die stärksten Männchen - die, wies schien, auch am wenigsten Gehirnmasse abbekommen haben. Unsere beiden haben sich immer wieder bedröppelt umgeschaut, wen sie da im Schlitten hinter sich hatten, statt zu schauen, wo sie hinlaufen müssen. Andere versuchen, während des Rennens Schnee zu essen oder brachten andere Kuriositäten zustande. Knuddeln wollte ich sie allemal. Holpernd und polternd ging es also durch den Wald, vorneweg ein Schneemobil und Luís, der partnerlos mit seinen Huskys mühelos die Geschwindigkeit mithalten konnte. An Anhöhen mussten wir mitschieben und beim Abwärtsfahren den Schlitten mit einem eisernen Fußtritt abbremsen. Dazwischen: Aussicht genießen und das Adrenalin fühlen. Besonders schön, wenn um einen herum dichter Wald steht und man sich voll und ganz auf seine Hunde verlassen muss.
Das zweite Highlight das Tages: SnowMobileSafari. Wieder paarweise teilten wir uns ein Schneemobil, quasi ein 200kg schwerer Motorschlitten mit Kettenantrieb, der über 100km/h schaffte. Rechts das Gas, links die Bremse, Knie drinnen halten und los geht's! Der zweite Adrenalinrush innerhalb von zwei Stunden. Wer einmal Mario Kart gespielt hat, kann sich ansatzweise in dieses grandiose Gefühl hinein denken. (Ich habe, ehrlich gesagt, manchmal auf vorbeischießende Schildkröten gewartet. Hallelujah!) Den Abend ließen wir mit Sauna, Raquels Kochkünsten und finnischem Vodka ausklingen.
Nach einem späten Frühstück am nächsten Tag machten wir uns den Gipfel des Berges in unserem 300-Seelendörflein zum Ziel, von wo aus der wohl längste Rodelberg (1,5km!) begann. Es schneite und der Aufstieg mit den Schlitten im Gepäck war lang, aber einmal oben angekommen machte der Ausblick alles wett. Diese Weite. Diese unglaubliche Weite mit ihren verschneiten Wäldern und Schnee bedeckten Feldern. Schiere Endlosigkeit. Ein Horizont, der im Nebel verschwindet. Freiheit.
Nachmittags führte uns Maija, unsere finnische Begleiterin, auf eine Rentierfarm. Die Sámi, egal welcher der vier Stämme, halten sich ganze Rentierherden; hier oben ist das die beste Kapitalanlage. Anders als deutsche Kuhzucht leben diese Tiere frei in den finnischen Wäldern und sind nur durch Farbe und Nummer am Hals gekennzeichnet. Traditionsgemäß vererben sie die Tiere auch an ihre Kinder und Enkelkinder. Ihre bunten Kostüme samt Hüten, die je nach Lage der Kordell zeigen, ob ein Mann vergeben oder noch auf dem Rentiermarkt zu haben ist, variieren in Farbe und Material. Was gleich bleibt, ist die Armbinde, die mit verschiedenen Farben die Zugehörigkeit zu einem der Stämme symbolisiert. Ein breiter roter Streifen - das Feuer - und zwei dünne, der eine gelb - die Sonne - und der andere grün - das Gras.
Unsere Laplandreise wurde gekrönt von einem Tagesausflug an den arktischen Ozean. Typisch deutsch hatten wir uns die besten Plätze - oberer Stock, ganz vorn - gesichert. Und es hat sich gelohnt. Besonders beeindruckend war, wie sich die Landschaft veränderte - vom finnischen Wald in die norwegische Tundra bis schließlich, nahe dem Dorf Bugøynes (Finnisch: Pykeijä), was unser Ziel war, fast nichts mehr an Vegetation übrig geblieben ist, um die wild lebenden Rentiere vor unseren Kameralinsen zu schützen. Ich war noch nie so weit nördlich. Als endlich der erste Fjörd und der arktische Ozean in Sicht kamen, verschlug es mir die Sprache. Kristallklares, azurblaues Wasser mit einem Stich ins Smaragdgrün. So etwas hatte ich zuletzt in Kroatien gesehen und überall erwartet - nur nicht hier. Kein Photo kann dieses Panorama einfangen - auch wenn ich nicht bestreiten will, es oft genug versucht zu haben!
Nach fast sieben Stunden Busfahrt im Dörflein angekommen, deren Bewohner durch Königskrabbenfischerei überleben, wurden wir herzlich von Elsa in Empfang genommen. Sie erzählte uns ein wenig über sich und das Dorf und zeigte uns schließlich die kleine Sauna, die wir für die nächste Stunde benutzen durften. Auf diesen Moment hatten wir hingefiebert und jeden Abend trainiert. Das Problem ist nicht die Hitze, vielmehr das Sich-selbst-im-Weg-stehen, wenn es um die Abkühlung geht. Sich dazu überwinden, den Wasserhahn auf kalt zu stellen. Oder, richtig finnisch eben: sich im Schnee zu suhlen, wie wir es die letzten zwei Tage getan hatten. Hier kam die nächste, finale Stufe der Selbstüberwindung: schwimmen im Ozean - natürlich mit Sprint zum Wasser. Ich gehe soweit zu sagen, dass es nicht so schlimm war wie das Abreiben mit Schnee, auch wenn ich nach den 200 Metern Barfußlaufens auf Eis, Schnee und Strand meine Fußsohlen nicht mehr spüren konnte. Wieder in der Sauna angekommen, strahlt man über das ganze Gesicht. Wir haben's getan! Und es war großartig!
Ja, wir haben es getan. Und es war großartig. Wir waren in Lappland und haben alles mitgenommen, was wir kriegen konnten: Huskies, Rentiere, Sauna, Wintersport, Schneemobile, Arktischer Ozean.
Das einzige was fehlte: die Nordlichter. Der Legende der Sámi nach sind Nordlichter die Funken, die der Schwanz eines Fuchses schlägt, wenn er des Nachts, Schnee aufwirbelnd, über die Tunturi (oder auch Fjells, also Berge und Hochebenen) rennt. Einmal die Nordlichter zu betrachten ist ungefähr so, wie die Tower Bridge in London hochgeklappt zu sehen. Es bedeutet, Glück zu haben. Dass der umgekehrte Fall Unglück bedeutet, bezweifle ich. Für mich war es eine Einladung, wieder zu kommen und mein Glück noch einmal zu versuchen. Also Lappland, ich freu mich auf dich!
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