Sei es das Verschieben der Lernsession in ein Café, wo man mit einer Freundin über Büchern gemeinsam verzweifelt. Oder die Abendplanung über den Haufen werfen, um Platz für drei Orangen auf einer Opernbühne zu machen. Oder einfach mal zu Hause anrufen auch - oder gerade wenn - man vorher darum gebeten wurde.
Mama weiß doch immer, was gut für einen ist.
Ich habe mir gestern einen Granatapfel gegönnt. Mein erster Granatapfel.
Mit Stolz kann ich behaupten, dass ich weder Kleidung eingebüßt habe noch die Küche neu tapeziert werden müsste. Und wie das große Mädchen, dass ich mittlerweile bin, habe ich die Kerne verspeißt. Richtig. Die Kerne. Ich, die ich keine Weintrauben essen kann, ohne meinen Würgereflex von diesen kleinen, braun-grünen Biestern ausgelöst zu bekommen. Und ja, es war ein weiter Weg von der jungen Göre, die bei Oma und Opa in der Küche saß und jeden Granatapfelkern einzeln von seinem Fruchtfleisch befreite nur um nach einer Handvoll die Geduld zu verlieren und zurück zum Anfängerstadium (ergo: Banane) zu gehen.
Apropos Banane! Was macht ein Ostdeutscher, wenn er eine Schlange sieht?
Ganz klar, er stellt sich an.
Genau das waren wir auch gestern vollzogen - es war Nacht der Museen, und wo auch immer wir eine sich langsam vorwärts bewegende Menschenreihe gesehen haben, haben wir uns pflichtbewusst hinten angestellt. Es hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir sogar zweimal die selbe Reihe genommen haben. Wir saßen diskutierend an den Senatssitzplätzen, wollten die beiden preisgekrönten Katzen des Bürgermeisters klauen und atmeten den Duft jahrzehntealter Bücher und Zeitungssammlungen ein. Krönender Abschluss dieses gelungenen Mädelsabends: ein Cocktail für Kathi, Kasia und Fräulein Kusche. Im T-Shirt. Unter freiem Himmel. Hallelujah!!
Die Oper im Grünen.
Achja, den Sochi-Bob haben wir auch gesehen!
Heute hieß es: "GO, TEAM SUPERBUDDY!" - Dace und Valerija sind beim Nordea Marathon mitgerannt und haben die 5km geschafft. Kathi und ich haben ein SupportTshirt entworfen - eine gute Entscheidung, da dieses luftig-lockere Shirt uns wahrscheinlich gerettet hat in dieser Hitze des heutigen Tages. Wie die beiden es geschafft haben, so problemlos die 5km in strahlendem Sonnenschein zu rennen, ist mir noch ein kleines Rätsel.
Aber sie haben es geschafft! It's not a day to lose - victory!!!
Zu Hause erwartet mich nun Babba-sei-Dank auch Herbert - der Gute ist ein wundervoller, kaum genutzter Drahtesel - und nun mein Eigen. Die Wohnungssuche in Dresden bewegt sich auch in eine sehr positive Richtung. I'm a lucky girl! Und heute ist ein guter Tag.
Die grienende Nomaden-Made verabschiedet sich in den rosaroten Sonnenuntergang. (Danke, Mutti.)


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