Zweiter Weihnachtsfeiertag und die Zeit fliegt.
Heilig Abend war für mich sehr ruhig. Momente zum Durchatmen und genießen wechselten mit Kekse backen und Weihnachts"baum" schmücken. Zum Abend hin eine kleine Fahrradtour durch Riga, was hat man auch zu verlieren bei acht Grad über Null?
Ich bin erstaunt, wie viele Menschen doch noch unterwegs waren. Selbst der Weihnachtsmarkt hatte um 18 Uhr noch geöffnet und auf dem Spielplatz auf der anderen Seite der Daugava waren Eltern mit ihren Zöglingen unterwegs, während ich quietschvergnügt im Autoreifen schaukelte. Pünktlich zum Skypedate mit meiner geliebten Familie bin ich sicher wieder zu Hause angekommen und so wurde live vor der Webcam der Geschenkstapel dezimiert. Ich musste außerdem hoch und heilig versprechen "sowas nie, nie, nie wieder zu tun!". Habe ich auch nicht vor. Zwar war nicht ich diejenige, die weinen musste, aber ich war nahe genug am Überlaufen. Ergo: die kommenden Weihnachten werden im Kreise der Familie gefeiert. Basta!
Um Mitternacht schwang ich mich wieder aufs Rad und düste in die Stadt zur St. James Kathedrale, da ich mit meinen drei italienischen Engeln zur Messe gehen wollte. Was auch immer falsch lief, wir wissen es nicht - dennoch wir standen vor verschlossener Türe. Den Versuch war es wert!
Am nächsten Tag stand das festliche Mittagessen bei den drei besagten Engeln an, zusammen mit Petra und ihrer Schwester (beide aus Slowenien) und eigentlich auch meinem liebsten Usbeken-Pärchen, doch Anna hatte einen Autounfall und musste ihr Bein schonen. So saßen wir also zu sechst um die dampfende Pfanne und genossen nicht nur ein vorzügliches Essen (Gefüllte Eier als Vorspeise, Nudeln mit Lachs als Hauptgang und Apfelstrudel als Dessert) und einen guten Weißwein sondern auch die in den letzten Tagen so selten gesehene Sonne, die zum Wohnzimmerfenster hereinstrahlte. Wir redeten uns den Mund fusselig und waren kurz nach um vier so perplex, dass es doch schon so spät und die Sonne bereits untergegangen war. dass wir die letzte Flasche Wein öffneten und einfach dort weiter machten, wo wir aufgehört hatten.
Heute musste ich nun endlich etwas gegen die Fresserei tuen und habe mich daher mit meiner Kamera bewaffnet auf eine kleine Fahrradentdeckungstour begeben. Da ich schon immer mal Richtung Fernsehturm und Daugavainseln wollte, war das Ziel klar und so streifte ich über die zwei Inseln, die beide ziemlich ver- und sich selbst überlassen sind. Im flussaufwärts liegenden Teil der Insel Lucavsala klafft die soziale Schere. Auf der einen Straßenseite große, prunkvolle Villen mit extravaganten, mannshohen Zäunen und auf der anderen verlassene, brach liegende Schrebergärten. Je tiefer man ins Dickicht vordringt, desto verlassener fühlt man sich. Nichts desto trotz haben beide Inseln sehr schöne und auch romantische Ecken, die ich im Sommer noch einmal aufsuchen will. Jetzt muss ich aber erst einmal wieder auftauen, mir eine Kanne Tee und das Licht anmachen, denn die Sonne geht bald wieder unter und in Riga wird es düster-grau.
Genießt die Feiertage!
Weihnachtsmarkt
Altstadt am 24.12.
Mein Weihnachts"baum"
Italienische Gastfreundschaft
Yummi!!
Zufassen!
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