Tuesday, December 31, 2013

Zweimal Ostsee zum Mitnehmen, bitte!

In letzter Zeit hat mich eine gewisse Unruhe ergriffen, wohl vor allem deshalb, weil die Zeit zwischen den Jahren angebrochen ist, in der man eigentlich zu nichts kommt. So war es nicht weiter verwunderlich, dass ich mich mit Dace zum Glühwein auf dem Markt von Kalnciema kvartāls getroffen, meine Gruppe samt Neujahrsbesuch nach Jūrmala geschleppt und heute ganz spontan bei dem sonnigen Wetter eine schon lange geplante, aber immer wieder verschobene Fahrradtour an die Mündung der Daugava in die Ostsee in die Tat umgesetzt habe (Ziel: Mangaļsalas Mols).

Es war eine sehr schöne Woche, zwischen Weihnachten und Silvester. Der kleine romantische Markt, den ich schon immer mal besuchen wollte, war am 28.12. vollgestopft mit eingemummelten Kindern samt Eltern und zu Micheal Bublé schlenderten Dace und ich fruchtigen Glühwein schlürfend durch die engen Gassen zwischen den unzähligen Buden mit traditionellem Strickwerk, getrockneten Erbsen und Schweineschnauzen - laut Dace ein relativ typisches Weihnachtsessen. Glück gehabt, dass ich dieser Tradition entronnen bin!
Den Abend verbrachte ich bei Anna und Evgeny, zusammen mit Leo und seinem Besuch. Von dort aus ging es weiter in eine chaotische Nacht. Nach einer absolut verrückten, lettischen Kunststudentenparty weit, weit vom Zentrum der Großstadt entfernt, haben wir uns gegen um 6 Uhr morgens doch zu Hause wiedergefunden und den "Abend" mit einem Kartenspiel und selbstgemachter Pizza ausklingen lassen. Dass ich am Sonntag so gut wie tot war, muss ich wohl nicht allzu stark betonen.
Der leider etwas regnerische Montag an der Ostseeküste in Jurmala stand trauriger Weise unter keinem allzu sonnigen Stern; nur ein paar wenige Minuten zwischen Regenschauer und Dämmerung blieben uns am Strand bei Eiseskälte und Sturmwind. Dafür war die Einkehr in eine der unzähligen Gastwirtschaften um so wärmer - dem Kamin und orangem Schmusekater sei Dank. Meiner schlechten Erfahrung zum Trotz habe ich mich tatsächlich noch dazu breitschlagen lassen, am Abend mit Alexandra und ihrem Freund Marco ins Rockcafé zu gehen. Gute Entscheidung! Warum ich diesen tollen Laden mit ungemein guter Musik nicht schon häufiger besucht habe, ist mir ein Rätsel! Immerhin habe ich es bis um 3 in mein Bett geschafft und schließlich selig geschlafen.

Heute war einer der seltenen Tage, an denen ich mit Sonnenschein geweckt wurde und da die Unruhe in mir mal wieder deutliche Wellen schlug, ging es auf an die Küste. Es war ein wundervoller, sonniger Ausflug mit atemberaubender Natur und Ausblicken. Wenn der Wind an einem zerrt während man 100m vom Festland entfernt auf einem Pier Richtung Horizont starrt und nichts als das Blaugrau des Meeres sieht, dann hat man den Geschmack von Freiheit auf den rauen Lippen. Wirklich. Ein unbeschreiblich schönes Gefühl!
Wahrscheinlich hat sich das die Robbe, die eifrig im Wasser unter- und wieder auftauchte auch gedacht. Oder sie hat sich einfach gewundert, was diese Verrückte da neben dem orangen Leuchtturm treibt.
Pünktlich mit dem Sonnenuntergang hatte ich diese 35km lange Radtour zu Hause beendet. Es gibt nichts Schöneres, als verfroren vom Fahrtwind unter einer heißen Dusche zu stehen. Danach ging es hoch zu Leo, um bei den Vorbereitungen für unser Silvesteressen zu helfen: Curry, Frühlingsrollen und Sushi. Yummi!
Bevor allerdings reingehauen und damit der Silvesterpartyabend eingeläutet wird, genieße ich noch ein paar Minuten Ruhe in meinen eigenen vier Wänden.

Wir sehen uns im Neuen Jahr!


 Jūrmala 
 Jūrmala endlich mit 10 Minuten Sonnenschein!
 Jūrmala - Andy und Alex
Jūrmala 

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