Die Italienerinnen sind nach Hause geflogen, Leo wieder in Deutschland und meine Lieblingsmünsteranerin hat in wenigen Tagen schon ihre Nachmieterin bei sich zu Besuch. So war das alles nicht gedacht. Das ging doch viel zu schnell! Nicht nur meine Gedanken, denn bei den meisten, die uns verlassen, kurbelt sich plötzlich, einem Überlebenstrieb gleich, die Sightseeingquote drastisch in die Höhe. Alles das, was bisher nicht geschafft wurde oder was unbedingt einer Wiederholung bedarf, wird in die wenigen übrig gebliebenen Tage gequetscht, die eh viel zu wenige Stunden haben, um mit denen, die man verlässt, angemessen Zeit zu verbringen. Schön ist es dennoch. Man rückt, nicht nur wegen der Kälte, noch näher zusammen und wird emotional bis zum Tränen-wegdrücken.
Sonntag war Kulturtag: bei zähneklappernden, zweistelligen Minusgraden im (!) Bus auf ins lettische Hinterland nach Rundāle. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die Pforte zur Sommerresidenz zu lokalisieren, haben unsere vom Frost angefressenen Gehirne wilde Geschichten zum Liebesleben von Duke und Duchesse gesponnen. Im Park entpuppte sich das Japanische Palais als moderne Behindertentoilette und auf dem Gruppenphoto kann man das Schloss nur im Hintergrund erahnen. Aller Frostbeulen und verlorener Zehenglieder und ähnlicher Körperanhängsel zum Trotz ein lohnender Ausflug in die Geschichte. (Ich suche seit einer Woche nach einem adäquaten Ersatz des bei mir so inflationär gebrauchten "zum Trotz"es. Der langen Grübelzeit zum Trotz... ach, ich lass es bleiben!)
Was für ein Wochenende.
Vai Tu esi grāmatu draugs? Jā, es esmu! Ein Teil der Geschichte sein, ist das nicht ein grandioses Gefühl? Nach einer halben Stunde fleißigem Schlangestehens und am helllichten Tage auf der Straße tanzen fühlt man selbst die Kälte nicht mehr und fühlt sich viel mehr an heiße Sommernächte und Sandsäcke-schleppen am zwangsverlagerten Elbufer erinnert. Die Stimmung war ähnlich triumphal - nur das Auftauen im Irish Pub mit einem Kännchen schwarzen Tees wollten meine Zehen nicht so ganz wahr haben und blieben einfach bei ihrer Kältestarre.
Ein letztes gemeinsames Essen mit der alten Truppe bei meiner LieblingsWG zwei Stockwerke über mir. Es war ein wenig wie das Einzugsessen. Ein Kreis, der sich schließt.
Sonntag war Kulturtag: bei zähneklappernden, zweistelligen Minusgraden im (!) Bus auf ins lettische Hinterland nach Rundāle. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die Pforte zur Sommerresidenz zu lokalisieren, haben unsere vom Frost angefressenen Gehirne wilde Geschichten zum Liebesleben von Duke und Duchesse gesponnen. Im Park entpuppte sich das Japanische Palais als moderne Behindertentoilette und auf dem Gruppenphoto kann man das Schloss nur im Hintergrund erahnen. Aller Frostbeulen und verlorener Zehenglieder und ähnlicher Körperanhängsel zum Trotz ein lohnender Ausflug in die Geschichte. (Ich suche seit einer Woche nach einem adäquaten Ersatz des bei mir so inflationär gebrauchten "zum Trotz"es. Der langen Grübelzeit zum Trotz... ach, ich lass es bleiben!)
Wie ich von unserem geliebten Usbekenpärchen erfahren habe, ist aller zwölf Jahre ein ganz besonderer Augenblick: der Beginn eines magischen Jahres! Die korrekte Schlussfolgerung daraus: wir feiern den 24ten Geburtstag meines Blogkollegens gleich zweimal! Numero Uno: Countdown im Greenwoods, was zum Sonntagabend regelrecht leer gefegt war, sodass sich niemand über die Schmerzgrenzensprengung unseres Schallpegels beschweren konnte. Montagabend dann, in ganz gemütlicher Runde mit besagter Flasche finnischen Vodkas der zweite Teil. Passend dazu selbst gekochtes Chili mit der raffinierenden Note Kakao, Kaffee und Schwarzbier. Das Internet hat verrückte Ideen, aber manchmal sind echte Perlen darunter!
Und heute: Dienstag. Ich fühle mich leicht. Fast schwerelos. Und nein, das sind nicht die Nachwirkungen vom Wässerchen. Mir geht es gut. Nicht nur wegen dem wundervollen Skypedate mit einem anderen Geburtstagskind oder der Tatsache, dass die Aerobikstunde mit "Bad day" von Daniel Powter geendet hat. Mir geht es einfach gut. Grundlos. Und das ist gut so. Basta!
Ich bereue nichts. Wenn mir jemand die Möglichkeit geben würde, dass ich das vergangene Semester in einem Land, mit Leuten meiner Wahl wiederholen könnte, ich würde lachen (und dankend ablehnen, um das klar zu stellen!). Klar, die Hälfte meiner Zeit ist rum und ich muss Menschen verabschieden, die ich sehr lieb gewonnen habe. Aber ich sage lieber "Bis bald!" als nie "Hallo!" gesagt zu haben.
Da werden Sandsackschlepperinnerungen wach!
Eis auf der Daugava
Ice, ice baby!

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