Oder auch: "Hallo, das ist mein Koffer - und wer bist du?"
Unglaublich. Ich habe monatelang auf diese Woche hingefiebert.
Der erste Besuch, das erste Mal Sightseeing-Kompetenzen zeigen. Das erste Mal meinen persönlichen Rückzugsort und mein Kühlschrankfach teilen. Das erste Mal alten Freunden den Zauber von Riga zeigen. Das erste Mal Wiedersehensfreude und Abschiedsschmerz innerhalb von sieben Tagen. Und jetzt ist das alles schon wieder vorbei.
Der erste Besuch, das erste Mal Sightseeing-Kompetenzen zeigen. Das erste Mal meinen persönlichen Rückzugsort und mein Kühlschrankfach teilen. Das erste Mal alten Freunden den Zauber von Riga zeigen. Das erste Mal Wiedersehensfreude und Abschiedsschmerz innerhalb von sieben Tagen. Und jetzt ist das alles schon wieder vorbei.
Vor zwei Tagen habe ich die beiden wieder zum Flughafen geschafft und danach mit Martin auf dem Rückweg über die Bedeutung und den Wandel von Freundschaft sinniert. So schnell vorbei und so viele Erlebnisse geteilt. Ereignisreich und locker geplant, konnten wir uns dem Wetter entsprechend unsere Tage zurecht rücken - was bei der momentanen Wechselhaftigkeit durchaus vorteilhaft war! Die beiden schienen ein wenig enttäuscht von den Plusgraden und fehlendem Schnee, aber immerhin scheint hier noch mehr Winter zu sein als in Deutschland.
Samstag Abend, als ich sie vom Flughafen abholte, ging es danach sogleich in die OldTown, noch mit den beiden oranges Handgepäckskoffern im Schlepptau. Natürlich war das Ziel des Abends ein Apple Pie im Greenwoods, und ja, ich meine damit die flüssige Variante. Glücklicher Weise haben wir es sogar noch vor um 3 auf den Heimweg geschafft, sodass der Gruppenausflug nach Majori am nächsten Tag, zwar etwas übermüdet, dennoch angetreten werden konnte. Insgesamt zu 26st hatten wir das Gefühl eines Grundschulklassenausflugs. Auf selbigem ging Gottseidank niemand verloren, auch wenn kurzzeitig ein Gänsemarschpärchen unbekleidet ins knietiefe Wasser entschwandt. Auf den Eisschollen herum turnend wie glückliche, kleine Kinder wanderten wir am grauen Ostseestrand zurück zur nächsten Bahnstation.
Den Abend haben wir, selbst gebackene Pizza futternd, mit dem Film "Before Midnight" in meinem Bett verbracht.
Den Abend haben wir, selbst gebackene Pizza futternd, mit dem Film "Before Midnight" in meinem Bett verbracht.
Der regnerische Montag war ein einziges, entspanntes Umher-irren in der Altstadt, gekrönt vom mehrstündigen Besuch des Kuuka-Cafés. Am Mittwoch, der erstaunlicher Weise sonnig aber kalt war, versuchten wir unser Glück am Dom und bei St. Peteris, scheiterten jedoch beide Male an den horrenden Eintrittspreisen. Die Akademie der Wissenschaften hatte Winterpause und so genossen wir die frische Luft an der Daugava, um den Fischgeruch der Markthallen aus unserer Nase zu kriegen. Auf dem Rückweg blieben wir im Teehaus und alten Geschichten hängen, die, wieder zu Hause angekommen, noch von Bildern untermalt wurden sind. TV-Programm des Abends: Tatort, bei dem wir seelisch einschlummerten.
Ein wieder sehr regnerischer Mittwoch begann mit Brunch im Innocent-Café, wo ich auch Marie und Stine aus meiner Lieblingsgruppe traf. Den Resttag gammelten wir zu Hause bei Kamerarecherche und Nagellackiererei herum und begannen die Abendvorbereitung für MoonSafari in den heimeligen vier Wänden mit dem Apfelkuchenteufelszeug. MoonSafari war leider - mal wieder - eine Enttäuschung, doch wir hielten uns wacker mit Schuh-des-Manitu-Zitaten über Wasser, drehten ein witziges Heimwegvideo und landeten gegen 4 in unseren Betten. Der Donnerstag mit Pancakefrühstück und der "Don't touch"-policy im Decorative Art&Design-Museum hatte ein erfolgreicheres Ende: Musikabend von Medizinstudenten in Roberts Books. Ich liebe diesen Laden. Die gute Musik hat es dann nochmal getoppt. Ich sollte höllisch aufpassen, wenn ich mich noch mehr in diesen Laden verliebe, brauche ich bald einen LKW um alle meine neuen Errungenschaften nach Hause (also Deutschland) zu befördern. Apropos Deutschland: Luischen und Elli sind wieder in Dresden angekommen. Ein seltsames Gefühl. Ungefähr genau so komisch, wie die ehemalige Wohnung der JungsWG in unserem Haus des nachts beleuchtet und bewohnt zu sehen. Aber das Leben geht weiter - und irgendwann wird auch in meinem Zimmer hier in Riga nicht mein Licht brennen. Aber versinken wir mal nicht im verfrühten Abschiedsschmerz, noch habe ich hier genug zu tun! Zum Beispiel die Woche beenden. Wo war ich? Achja, richtig. Freitag! Am Morgen ging es mit grauen Wolken zum Pier in Mangaļsala. Das traumhafte Geräusch von aneinander klirrenden Eisschollen ähnlich einem Windspiel im Sommer habe ich immer noch im Ohr. Nach viel frischer Luft und forschem Wind ging es abends zum Sushi im Kabuki und danach zu Martins Freunden, die auch gerade in Riga weilten. Dieser letzte Abend endete, wo auch die Woche begann: im Greenwoods. Dieses Mal mit mehr Leuten und gewohnt guter Stimmung. Ich habe auch noch ein Andenken an diesen Abend von einem charmanten, jungen Mann, der am nächsten Morgen am Flughafen gehörig über sich selbst erschrak. Aber es gibt nichts, was gutes Puder nicht überdecken könnte.
Ein wieder sehr regnerischer Mittwoch begann mit Brunch im Innocent-Café, wo ich auch Marie und Stine aus meiner Lieblingsgruppe traf. Den Resttag gammelten wir zu Hause bei Kamerarecherche und Nagellackiererei herum und begannen die Abendvorbereitung für MoonSafari in den heimeligen vier Wänden mit dem Apfelkuchenteufelszeug. MoonSafari war leider - mal wieder - eine Enttäuschung, doch wir hielten uns wacker mit Schuh-des-Manitu-Zitaten über Wasser, drehten ein witziges Heimwegvideo und landeten gegen 4 in unseren Betten. Der Donnerstag mit Pancakefrühstück und der "Don't touch"-policy im Decorative Art&Design-Museum hatte ein erfolgreicheres Ende: Musikabend von Medizinstudenten in Roberts Books. Ich liebe diesen Laden. Die gute Musik hat es dann nochmal getoppt. Ich sollte höllisch aufpassen, wenn ich mich noch mehr in diesen Laden verliebe, brauche ich bald einen LKW um alle meine neuen Errungenschaften nach Hause (also Deutschland) zu befördern. Apropos Deutschland: Luischen und Elli sind wieder in Dresden angekommen. Ein seltsames Gefühl. Ungefähr genau so komisch, wie die ehemalige Wohnung der JungsWG in unserem Haus des nachts beleuchtet und bewohnt zu sehen. Aber das Leben geht weiter - und irgendwann wird auch in meinem Zimmer hier in Riga nicht mein Licht brennen. Aber versinken wir mal nicht im verfrühten Abschiedsschmerz, noch habe ich hier genug zu tun! Zum Beispiel die Woche beenden. Wo war ich? Achja, richtig. Freitag! Am Morgen ging es mit grauen Wolken zum Pier in Mangaļsala. Das traumhafte Geräusch von aneinander klirrenden Eisschollen ähnlich einem Windspiel im Sommer habe ich immer noch im Ohr. Nach viel frischer Luft und forschem Wind ging es abends zum Sushi im Kabuki und danach zu Martins Freunden, die auch gerade in Riga weilten. Dieser letzte Abend endete, wo auch die Woche begann: im Greenwoods. Dieses Mal mit mehr Leuten und gewohnt guter Stimmung. Ich habe auch noch ein Andenken an diesen Abend von einem charmanten, jungen Mann, der am nächsten Morgen am Flughafen gehörig über sich selbst erschrak. Aber es gibt nichts, was gutes Puder nicht überdecken könnte.
Das war also die Woche. Viele Filme, viel Gegammel, viel Apple Pie, viele hübsche Männer, gemischtes Wetter und gemischte Gefühle. Als ich die beiden vor dem Security-Check nach Hause verabschiedete, wollte ich mich am liebsten in den orangen Ungetümen verkriechen. Doch da ich sowohl die Reißverschlüsse als auch das zulässige Gewicht gesprengt hätte, muss meine Heimreise wohl noch auf sich warten lassen. Am Donnerstag geht es für uns erst einmal in den Norden, nach Lappland. Kurz darauf kommt mein Hannes vorbei und schließlich auch Lisa und Harry. Gestern hat sich auch noch Patrick samt Freundin angemeldet. Ich freue mich! Das ist wie verspätetes Weihnachten!
Mittlerweile hat sich auch das Leere-Gefühl nach der Abreise von Francie und Felix gelegt. Wenn das Gequatsche um einen herum plötzlich von Stille abgelöst wird, kommt man sich kurzzeitig ein wenig fehl am Platze vor. In meinem Zimmer musste ich mich erst mal an den vielen freien Platz gewöhnen. Aber das ist Riga, das ist Erasmus. Ständiger Umschwung und Wandel, bei dem einem keine Zeit bleibt, Verlorengegangenes zu beweinen. Wir müssen flexibel bleiben und kopfüber ins nächste Abenteuer springen. Dafür liebe ich diese Zeit, auch wenn manchmal das schlechte Gewissen anklopft. Vernachlässige ich manche? Setze ich die richtigen Prioritäten? Viel Zeit zum Wundern bleibt zwischen all dem Alltagschaos nicht. Auch ganz gut so. Wenn ich zum Stillstand komme, fange ich bloß wieder an, alles zu zerdenken. Ich genieße lieber die Unbeschwertheit und nutze den Tag. Die Devise bleibt: warum auch nicht?
No comments:
Post a Comment