So viel Action und Wirrwarr im Kopf.
Samstag bekomme ich Bescheid, ob ich das WG-sucht-Mitbewohnerin-Match gewonnen oder verloren habe.
Da ich so wahnsinnig schlecht im Verlieren bin, habe ich jetzt schon mal nach einem billigen Regal und Stuhl für das Zimmer gesucht und dabei mit Erschrecken festgestellt: es gibt kein IKEA im Baltikum! Aus die Maus, wenns um das EXPEDIT Regal meiner Träume geht? Glücklicherweise nicht, denn die Letten wissen sich zu helfen: mēbeles no IKEĀ. Es gibt Läden, die IkeaMöbel verkaufen, natürlich mit ein wenig Aufpreis, sonst würde sich die Lieferung aus Polen nicht lohnen... aber bevor ich weiter mein noch imaginäres Zimmer in diesem tollen 3MannBetrieb einräume, sollte ich mich wohl den dringenderen Fragen des Lebens beschäftigen.
Zum Beispiel: wie in HERRGOTTESNAMEN soll ich diesen Stundenplansetzkasten verstehen?
Fröhliches Herumkombinieren, bis sich mir auf magische Art und Weise eine Lösung ergibt, die nicht beinhaltet, dass ich mehr als die Hälfte der Arbeitswoche keine obligatorischen Veranstaltungen habe? Jā, Lettland ist wunderschön und ich könnte die freie Zeit und das noch gute Wetter nutzen um die Touristin raushängen zu lassen, ergo mit Kamera und Reiseführer bewaffnet durch lettische Wälder streifen und das baltische Meer erkunden. Oder aber ich mime die strebsame Studentin, packe meine umfangreiche Lehrbuchsammlung zum Thema "Psychosomatik des Rückenschmerzes" aus, rüste mich mit lettischem Bohnenkaffee und belagere die RSU-Bibliothek. Dann wäre ich aber auch definitonsgemäß keine ERASMUSStudentin mehr. Das komplette Gegenteil, also die ERASMUSStudentin in spe wäre: (wie könnte es anders sein) Party, Party, Party (Batīlle!!!). Die spanischen Studenten habe ich schon gefunden, die Grundlage wäre zweifelsohne geschaffen. Problem: ich bin zum Lernen hier. Arbeit! Verantwortung! Wenigstens die Hälfte der Woche, bitte!
Am Montag geht es zu Lana, der ERASMUSMutti. Bis dahin lege ich die Frage auf Eis.
(Kurzinfo zum ersten Tag an der Uni: Wir haben es glorreich geschafft unsere ERASMUSZeit dem Ausreizen des studentischen Viertels zu beginnen. RSU: süßes, kleines Gebäude mit äußerlich etwas sowjetischem Charme und inneren, modernen Werten. Unglaublich viele Deutsche im Internationalen Studiengang, natürlich mit eigener Vertretung (wie auch die skandinavischen Länder). Ich besitze nun eine, im Gegensatz zum TU Dresden-Studentenausweis, hochwertige Plastikkarte mit Kermit-der-Frosch ähnlichem Sträflingsbild. Lectures, also Vorlesungen, beginnen am 05.09.)
Morgen ist der letzte Tag unseres Sprachkurses. Beim gestrigen PubCrawl (Gruppe von Studenten zieht eine Nacht lang von Bar zu Bar) haben wir uns schon mal an den einheimischen Führern mit unserer Präsentation ausprobiert und wurden reichlich gelobt (verstanden habe ich von ihrer Lobeshymne allerdings nur "lettische Sprache", "vorstellen" und "sehr gut". Auf Nachfrage hin meinte sie, dass sie davon ausgegangen ist, dass wir schon seit einem Semester im Land sind. Waaaaaaahnsinn!). Da sollten wir das Examen morgen doch mit links bestehen!
Freitag Nachmittag ist dann die Luft raus. Dann heißt es warten auf WG-Neuigkeiten, Stundenplanideen und Photomotive.
Wir wollen Meer, jedenfalls noch einmal, bevor die Herbststürme über uns hereinbrechen.
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