Jetzt ist es offiziell. Einen ganzen Monat haben wir gewartet, bis wir uns sicher waren, dass wir zueinander passen und dass wir es beide ernst miteinander meinen. Jetzt kann ich endlich sagen: Riga und ich, wir gehören zusammen!
Einen ganzen Monat bin ich nun schon hier und so vieles ist passiert - was man auch an meinen viel zu vielen Blogeinträgen lesen kann. Ich habe viele neue Freunde, eine wundervolle WG, einen entspannten Stundenplan und sogar den Mülleimer meines Vertrauens in meiner Nähe gefunden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Technik (Schweigt, ihr Münder! Frauen und elektronische Schaltkreise, dieses veraltete Klischee!) ist nun auch der Kontakt in die Heimat wieder lückenlos -in Bild und Ton- aufgebaut. Ich habe meinen ersten Brief nach Dresden abgeschickt, jetzt heißt es nur noch hoffen-hoffen-hoffen, dass er auch ankommt. Da ich das Post-Briefkasten-Netz in Riga noch nicht so ganz verstanden habe - manche Haushalte haben einen Briefkasten, andere keinen; DHL hat Abenteuerreisen auf sich genommen um diverse Päckchen in dunklen Hinterhöfen an russische Damen im Büro des Vermieters abzuliefern - bin ich sehr auf das Ergebnis dieses Experimentes gespannt. Bald ist auch das erste Päckchen auf dem Weg zu mir. Als gebürtige Bürgerin der Bundesrepublik Deutschland werde ich schließlich doch noch nachempfinden können, wie es den DDR-Bürgern so ging, denn es ist im wahrsten Sinne ein Westpäckl!
Die chronische Sinusitis hat mich in ihren Klauen. Mal wieder. Noch sind die Kopfschmerzen durch verstopfte Nasennebenhöhlen noch nicht da und ich hoffe, dass meine Selbstmedikation mit Ingwertee und Grapefruit-Vitamin-C die Erlösung bringt. Die letzten Tage habe ich im Bett verbracht, da es mich, punktgenau am Freitagabend ausgeknockt hat. Psyche und der verdammte Körper haben sich gegen mich verschworen. Da half nur mit einem guten, englischen Schinken von Ken Follett ins Bett kriechen und erst am Sonntag, also heute, wieder die Nase gen Frischluft recken. (Apropos Ken Follett: ich habe den süßesten, kleinen second-hand Bücherladen in Riga gefunden, der fast ausschließlich englischsprachige Literatur führt. Der Himmel auf Erden!)
Thema Frischluft: wir (Pau&Ewa, Bol, Martin und ich) waren heute auf dem Turm der Akademie der Wissenschaften. 17 Stockwerke trennten uns von der Moskauer Vorstadt (ein Viertel in Riga, was ich bitte-bitte-bitte nicht in der Nacht sehen möchte) und den betrunkenen Halbleichen, die auf den Parkbänken unter uns ihren Rausch ausschliefen. Hier oben war die Luft phänomenal sauber und der Blick wundervoll. Einzig Sonne hätte den Ausblick atemberaubend werden lassen. Nächstes Mal.
No comments:
Post a Comment