Wednesday, September 11, 2013

Liebes Tagebuch!

Es ist erst Mitte der Woche, und es ist schon wieder so viel passiert, dass mein kleines Hirn gar nicht weiß wohin mit all den Eindrücken.
Da ich ein Fan von Chronologien bin:

Montag, der 09.09.2013

Welch ein Luxus! Vor der Haustür fährt aller 5 Minuten der Trolleybus 25, der mich geschwind an die RSU bringt.
Nur ein kostenloser Kaffeeservice im Öffentlichen Personennahverkehr würde dem das Wasser reichen können!
Um ein paar Fakten reicher, was das Fach Obstetrics and Gynaecology betrifft, bin ich auch schon wieder auf dem Weg nach Hause und von dort auf in den Zoodarzs mit Martin und Virág, einer ungarischen Erasmusstudentin, die mich in der Einführungsvorlesung am Morgen erfolgreich aufgegabelt hat.
Vor Namibia konnte ich einen Besuch im Tierpark genießen. Natürlich nagte hier und da das schlechte Gewissen und es juckte mir doch ab und an in den Fingern, den Eisbären, Löwen und Eichhörnchen die Freiheit zu schenken, zurück in ihr natural habitat! Nach Namibia muss ich mich gewaltig zusammenreißen, beim Anblick der Löwinnen nicht in einem Wutanfall die Mauern zum Gehege einzuschlagen oder dem wie verrückt und ziellos hin- und herlaufenden Luchs die Tür zu öffnen. (Ich glaube, in meiner Kindheit habe ich sogar mal ein Buch zu dem Thema gelesen, wie die Tiere aus dem Zoo flohen...)
Selbst die Ziegen haben schon einen kleinen Schaden abbekommen. In ihrem angelernten Reflex, die grün-grauen Pellets aus der den Besucher zum Handfüttern einladenden Maschine direkt aus der Öffnung zu verspeißen, fanden sie es nicht so witzig, dass Martin sich vorher eine Hand voll heraus genommen hatte. Seit dem "Ziegen-die-auf-Männer-losgehen" Zwischenfall weiß Martin, dass Ziegen nicht zu unterschätzen sind, wenn sie hungrig sind - also eigentlich immer.
(For further information: experigance.wordpress.com - highly recommended by the EU Council of Public Relations)

Der traurige Abschluss waren die depressiven Pinguine, die neben einander am Rand ihres viel zu kleinen, sehr vermutzten Beckens standen und reglos die Fliesenwand anstarrten.
So, gut nun! Im Allgemeinen waren es 3 sehr schöne Stunden, man muss nur etwas Informationen filtern. Der Zoodarzs ist mehr Tierpark als Zoo - sehr grün, sehr weitläufig. Einige Tiere haben sehr weitläufige Gehege und sind in Gesellschaft mit Artgenossen. Außerdem sind sie am Umbauen und Neugestalten. Ich denke (hoffe!), dass sich da noch einiges drehen wird.

Dienstag, der 10.09.2013

(Happy birthday, Jens!)
Ophthalmologie lectures. Haltet euch fest: wir waren sage-und-schreibe 10 oder mehr Leute!
Am Abend gab es die ersten zwei Stunden des RSU-eigenen Lettisch-Sprachkurses für Erasmus-Studenten. Sehr witzig da zu sitzen und doch so viel zu verstehen! Als uns die liebe, junge Inga Laizane dann noch unsere Lernziele mitteilte und den Test am Ende erklärte (Eine Präsentation über sich und seine Familie sowie ein kurzer Test in Grammatik) mussten wir EILC-Absolventen doch ein wenig feixen. Das wird eine entspannte Sache, mit dem großen Pluspunkt, dass man die Sprache weiter benutzt. Vielleicht bleibt es dann auch mal in meinem Hirn hängen, was ich zu sagen habe, wenn ich jemanden im Bus fast umschmeiße bei dem Versuch meine Balance in der rasanten Linkskurve zu halten.
Um 6 dann das Highlight des Tages: Vorsingen für den Mixed Choir der RSU. Ein bisschen wie bei DSDS. Eine sehr schweigsame Konduktorin und ein deutschsprachiger Pianist, der mit mir ein paar Einsingeübungen macht um meinen Tonnnnumfang abzuschätzen, mich danach auffordert, ein Lied a capella zu singen und schließlich noch zwei Fragen an mich hat: "Sind Sie erkältet?" und "Rauchen Sie?". Nach diesem kleinen Theater spricht Frau Konduktorin zum ersten Mal, um mir mitzuteilen, dass ich in den nächsten Tagen eine EMail bekomme, wie sie sich entschieden haben. Das ist ja wie WG-Suchen! "You had my curiousity, but now you've woken my ambition" um das berühmte DiCaprioZitat aus Django zu paraphrasieren.
Ach, und um der Tradition treu zu bleiben, die sich hier in Lettland etabliert hat, wenn es um Entscheidungsfindungen geht, die mich betreffen: bisher gab es noch keine Antwort.  Was blöd ist, da am Donnerstag theoretisch Probe ist. Steht natürlich, Optimistin, die ich bin, schon dick und fett in meinem Terminplan.

Mittwoch, der 11.09.2013

Frei!
Und was macht man, wenn man frei hat?
Genau! 6:15Uhr aufstehen und den erst besten Bus hinunter zur Daugava nehmen, um den Sonnenaufgang zu photographieren. Leider war er nicht so traumhaft wie am Tag zu vor, aber ein, zwei gute Bilder sind doch dabei herausgekommen.
Außerdem habe ich es endlich geschafft, zum Friseur zu gehen - hallelujah! Steffi hat wieder kurze Haare!
Woran erkennt man eine wirklich gute Friseuse? Wenn sie einem eine Frisur schneiden soll, von der sie selbst absolut nichts hält ("Avantgarde - you like that, really?") und man danach trotzdem gut aussieht! Und das alles für gerade mal 15Lats. Ich glaube, ich habe meinen neuen Stammfriseur gefunden, check!
Jetzt geht es gleich auf zur zweiten Stunde des Sprachkurses und danach auf zu Einweihungsfeier der Wohnung meiner drei Lieblingsitalienerinnen! "Special dinner" - I'm excited!

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