Hier bekommt man fast überall fast alles.
Wirklich!
Es war mir vor Lettland durchaus bewusst, dass es so genannte Hypermärkte gibt. Nur hatte ich bis dato noch keinen von Innen gesehen. Das Kaufland in Dresden an der Borsi war die Grenze meines imaginären Einkaufserlebnishorizontes, was die schiere Größe und Auswahl betrifft.
Und dann kam Rimi.
Hypermarket.
Bei meinem ersten Besuch in dieser sinnesüberflutenden Hölle habe ich eine ganze Stunde gebraucht, bis ich die Stecknadeln im Schreibwarenhaufen gefunden hatte. Die Suche nach einer Verteilerdose verlief ähnlich abenteuerlich - wer erwartet sie aber auch neben Töpfen und Pfannen? Meine Expedition in die Tiefen der Gemüseabteilung habe ich gleich beim Anblick selbiger auf Eis gelegt, und auch die Suche nach einem Wäscheständer wurde bis auf weiteres vertagt.
Nach diesem Erlebnis mag man es für sehr unwahrscheinlich halten, dass irgendetwas in diesem Land Mangelware ist.
Was ich jedoch kläglich vermisse ist weder deutsches Brot noch der Fahrstil der Busfahrer. Auch die endlos langen PDF-Dateien der Vorlesungsfolien und die Mensakost fehlt mir nicht im mindesten. Was mich aber stört ist das, was man in Deutschland an jeder Ecke, in jedem Raum, auf jeder Straße zu Hauf findet: einen Mülleimer!
Wenn man einmal mit seinem Kaffeepappbecher im großen Foyer der Uni stand mit dem gutgläubigen Vorsatz ihn in den Mülleimer zu werfen, muss man zu aller erst damit anfangen ihn zu suchen. Was jedoch das Erstaunlichste ist: wie sauber die Straßen Rīgas doch sind - mit der kleinen Ausnahme der Fußwege vor McDonalds nach einer langen Nacht.
Rīga, du bist wundervoll! Aber wo sind deine Mülleimer?
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