Sunday, October 27, 2013

Angel and Devil sitting on my Shoulder

Zur Feier unserer neuen Wohnzimmereinrichtung: WG Brivibas 110 zelebriert Halloween! 

Eigentlich bin ich für Verkleidung, Theaterschminke und Maskenhalligalli auf Brettern, die nicht die Welt bedeuten, nicht zu haben. Fasching war für mich ein Graus, seit ich als Kindergartenkind einmal als Clown verkleidet den Tag bestritten habe. Ich war wohl damals schon ein wenig melancholisch, weshalb mir die Ironie der Sache - ich im Clownskostüm - ziemlich einen auf den Deckel gab. Entschuldige Mutti, aber die Wahrheit ist: das Clownskostüm war für mich ein Alptraum. Da gehe ich doch lieber als Skifahrer mit gebrochenem Bein! (Wie zur Hölle sind wir (du?) damals auf diese Schnapsidee gekommen?) 
Da mir hier in Riga die Theaterruine und damit das regelmäßige MitFremdenFedernSchmücken fehlt, musste ich nun kompensieren. Die zündende Idee, die mich vollends überzeugt hat, die große Schminkpalette rauszuholen und zum ersten Mal außerhalb meiner Jelena-Verkörperung knallroten Lippenstift zu tragen, kam von Johanna: Engelchen und Teufelchen! Damit war das Schicksal diverser SecondHandLäden in Riga besiegelt, wenn wir zogen aus zum unerbittlichen Kostümshopping.

Bevor das Partygetümmel losging, wurde zuerst in vollen Zügen Kultur genossen. Ich habe mir dieses Wochenende die volle Operndröhnung gegeben. Freitag: Carmen. Samstag: Elisier D'Amore. Ich musste doch ein paar Tränchen wegdrücken beim mir so wohl gekannten Bühnenbild des letzt genannten. Es war exakt das selbe wie in Erfurt, wahrscheinlich sogar das, was für wenige Proben in Chemnitz auf der Bühne stand. Der Anblick der fliegenden Spaghetti beim Kampf zwischen Belcore und Nemorino hat mich zurückversetzt, in die Zeit, in der ich meine freien Wochen in der Technik und Requisite der Oper Chemnitz
verbracht habe. Ob das meine mühsam handgefertigten Spaghetti waren, die dort an Nemorinos Kopf klatschten? Ein schöner Gedanke: da ist ein Stück von mir auf der Bühne.

Nach den Gänsehautminuten in den heiligen Hallen der Oper ging es schnurtracks zurück nach Hause, umziehen, schminken und ab ins Getümmel. Wie Miriam es richtig gesagt hat: Es gibt bei jeder Party den Punkt, wo es PUFF macht und urplötzlich kommt man nicht mehr vom Flur in die Küche, weil sich überall Menschen tummeln.

Es war eine sehr schöne Einzugs-/PreHalloweenParty, mit außergewöhnlichen Kostümen (Lettische Gefangene, Mumie, Zombies und mein Mitbewohner Leo in Miriams Klamotten), tollen Leuten und einer angenehmen Stimmung. Natürlich ging es viel zu lang und als ich morgens um 6 vom Club nach Hause gestapft bin, hat es mich doch ein wenig vor dem Aufräumen gegraut. Und was macht man, wenn man im Dämmerlicht nach Hause kommt? Ganz klar, man fängt schon mal an! Jetzt ist, dank Miriams tatkräftigem Wischmobschwingen, wieder alles strahlend und glänzend sauber. Mein Magen hat sich mittlerweile auch wieder entknotet, vielleicht bekommt er heute sogar noch ein Süppchen als Aufbaukost.


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